Das schöne an Berlin ist, das man nicht lange suchen muss um Street Art zu finden. Man begegnet ihr wortwörtlich auf der Straße. So erging es mir vor wenigen Tagen in der Boddinstraße, wo ich durch Zufall das duo JBAK bei der Arbeit beobachten konnte.
JBAK: Das sind James Bullough aus Baltimore und Karl Addison aus Seattle. Seit ungefähr einem Jahr sind sie in Berlin aktiv, und ihre schöne, überdimensionale Portraits könnt ihr mit etwas Glück in Kreuzberg, Mitte, Wedding und nun auch in Neukölln sichten.
Das ich ihnen in der Boddinstrasse begegnete, ist kein Zufall: Karl Addison ist nämlich Betreiber der dort ansässigen Idrawalot Gallery, über die ich im April in Zusammenhang mit Sticker Art berichtete. Die Entstehung der Arbeit die nun die Aussenwände der Gallery sowie der benachbarten Bar Loophole schmückt durfte ich live miterleben und dokumentieren, wie die Fotos auf dieser Seite belegen.
James Bullough wiederum ist Mitbetreiber des neulich eröffneten Kunstraumes in der Torstraße 111, wo auch eine interessante Arbeit von ihm zu finden ist. Die Initiatoren diese Raums entstammen unter anderem dem ehemaligen MMX Projekt, das in der Linienstraße 142 ansässig war: das Gebäude wird wohl bald saniert, wie mir Bullough mitteilte, doch bevor dies geschieht, könnt ihr dort noch weitere Werke von JBAK sehen.
Während die Portraits von JBAK entfernt an die Arbeit des französischen Künstlers JR erinnern, unterscheiden sich jedoch Technik und Ausführung eindeutig: Paste Ups und Fotografien bei letzteren; Malerei und schrille Farben bei JBAK.
Zur inzwischen globalen Renaissance von Mural Art befragt, bekam ich von Bullough und Addison eine doppelte Antwort. Diese sei einerseits dem technischen Fortschritt zuzuschreiben: Spray-Farbe in der heutigen Qualität habe es bis vor nicht allzu langer Zeit schlicht nicht gegeben. Andererseits sei es Stadtpolitikern weltweit immer bewusster geworden, dass Street-Art durchaus positive Auswirkungen auf das Stadtbild und auf den Tourismus haben kann. So sei es in Nord Amerika inzwischen nicht unüblich, das große Wandmalereien von der Stadtverwaltung höchstpersönlich an namenhafte Street-Art Künstler in Auftrag gegeben werden.
Und Berlin liefert dafür auch gute Beispiele, so wie das Projekt „Wedding Walls“, das, wie mir Addison und Bullough offenbarten, von der US Botschaft mitfinanziert wurde und letztendlich dazu beitragen soll das ein bisschen Coolness und Gentrifizierung auch in den tiefsten Wedding vordringen können. Hab ich schon erwähnt das JBAK die letzte Wedding Wall malen durften?
Falls ihr Interesse an der Arbeit von JBAK findet, dann besucht doch ihren Blog, oder schaut euch dieses interessante Video Interview von Berlin Collective an. Hier könnt ihr auch sehen was JBAK für Wedding Walls gemacht haben.
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